Freitag, 21. August 2009

Wünscht mir

interessante Tage im Baltikum.

Bis zum Wiederlesen bleibe ich mit ergebenen Kratzfüßen

Nante herself

Mittwoch, 19. August 2009

heute vor 20 Jahren kamen wir von einer Türkeifahrt in Sopron auf den Campingplatz

uns fiel auf, dass sehr viele DDR-PKWs mit Zelten auf dem Campingplatz waren.
Wir - als Österreicher am Autokennzeichen: T ..... kenntlich, gerieten bald ins allgemeine Interesse.
Mehr oder weniger geheimnisvoll kamen etliche Pärchen zu uns. Man plauderte,lud zum Weinderl ein... ich gab mich als ehemalige DDRlerin zu erkennen.
Ämmm: das hört man bis heute, dett icke aus Balin bin ! *lach*
Alle fragten uns, wie die Grenze in Österreich befestigt sei ... baten uns aber inständig, niemandem auf dem Platz zu verraten, dass sie gefragt hätten. Die ganz Mutigen flüsterten uns zu, überall wimmele es von Stasispitzeln....

Es war eine so konspirative Stimmung am Campingplatz, dass Charly und ich direkt beunruhigt schlafen gingen.

Am nächsten Vormittag - es war der Tag des " paneuropäischen Picknicks", wie ich heute weiß, war der Campingplatz wie leer gefegt.

Abends, in Innsbruck angekommen, " verrieten " uns die aktuellen Nachrichten in den Medien (Radio, TV), was heute jeder weiß.

zum Nachlesen:
http://www.tagesschau.de/ausland/paneuropapicknick100.html
Von diesem Tag an wusste ich ---wie jede/r in der DDR oder als familär dort Gebundene/r , dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis das Volk seine Staatsform selbst bestimmte.

Und wenige Monate danach war es dann so weit: Schabowski ließ die Berliner Mauer öffnen.

Aber das ist eine andere Geschichte für mein BLOG.

Montag, 17. August 2009

ein Scherzgedicht ? o d e r Fragen, die das Leben stellt o d e r noch etwas anderes ????

Zwiebelchen ohne Kern

Haben Zwiebeln Kerne?
Das wüsst` ich gar zu gerne.
Denn ich kenne einen Mann,
der zieht sich viele Kleider an.

Mal ist er Mann, mal eine Frau.
Ich wüsst halt allzu gerne wann
er Frau ist und wann Mann.
Und warum
zieht er sich dauernd um?

Ein Blick ins Aug` der Wissenschaft
mir ein wenig Klarheit schafft.
Zwiebeln haben keine Kerne und somit
ist Zwiebelchen ein Transvestit.


mg

Frau sollte nicht das Buch" Beim Häuten der Zwiebel" lesen - so`ne blöden Alltagsfragen kommen dann als Profanergebnis heraus. * lach*



Genaueres:

http://www.stern.de/kultur/buecher/grass-beim-haeuten-der-zwiebel-ein-literarisches-meisterwerk-567814.html

Sonntag, 16. August 2009

lautlos

lass
lautlose Schreie
los
Schwarze Schwanendaunen
ersticken sie


mg

Donnerstag, 13. August 2009

Bestandsaufnahme

Im Geäst des Alltagsbaumes
hängen viele Früchte
reif
meine Glieder sind vom Pflücken
alt geworden
steif

mg

Sonntag, 9. August 2009

heute ein wenig traurig ...



Gestern fanden wir auf dem Weg von der Garage zu unserer Datscha dieses Jungvögelchen.

Es piepste ganz erbärmlich.
Damit es nicht noch von einem Besucher zertreten wird, bugsierten wir es ohne Anfassen unter einen Busch.

Und dort piepste es bis in den späten Abend ganz jämmerlich. Es rief wohl die Mutter, es sperrte das Schnäbelchen auf.. Mir zerbrach fast das Herz vor Mitleid.

Heute früh war das Piepsen vorbei....

Donnerstag, 6. August 2009

vor 64 Jahren : Helligkeit gebar Tod



die Mehrheit der Amerikaner hält dieses Vorgehen ihrer Regierung auch heute noch für richtig....

Marie Luise Kaschnitz


»Hiroshima«

Der den Tod auf Hiroshima warf
Ging ins Kloster, läutet die Glocken.
Der den Tod auf Hiroshima warf
Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich.
Der den Tod auf Hiroshima warf
Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab
Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich
Auferstandene aus Staub für ihn.



Nichts von alledem ist wahr.
Erst vor kurzem sah ich ihn
Im Garten seines Hauses vor der Stadt.
Die Hecken waren noch jung und die Rosenbüsche zierlich.
Das wächst nicht so schnell, dass sich einer verbergen könnte
im Wald des Vergessens. Gut zu sehen war
Das nackte Vorstadthaus, die junge Frau
Die neben ihm stand im Blumenkleid
Das kleine Mädchen an ihrer Hand
Der Knabe, der auf seinem Rücken saß
Und über seinem Kopf die Peitsche schwang.
Sehr gut erkennbar war er selbst
Vierbeinig auf dem Grasplatz, das Gesicht
Verzerrt von Lachen, weil der Photograph
Hinter der Hecke stand, das Auge der Welt

Mittwoch, 5. August 2009

ich fahre mit einem "echten" Goethe fort

wohin, wird nicht verraten * lach*


heute um 22 Uhr 30 aufgenommen

Johann Wolfgang von Goethe

Füllest wieder Busch und Tal
still mit Nebelglanz,
lösest endlich auch einmal
meine Seele ganz;

breitest über mein Gefild
lindernd deinen Blick,
wie des Freundes Auge mild
über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
froh' und trüber Zeit,
wandle zwischen Freud und Schmerz
in der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd ich froh,
so verrauschte Scherz und Kuß,
und die Treue so.
Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
ohne Rast und Ruh,
rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu,

wenn du in der Winternacht
wütend überschwillst
oder um die Frühlingspracht
junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
ohne Haß verschließt,
einen Freund am Busen hält
und mit dem genießt,

was, von Menschen nicht gewußt
oder nicht bedacht,
durch das Labyrinth der Brust
wandelt in der Nacht.

Sonntag, 2. August 2009

Wie herrlich leuchtet uns die Natur




Jetzt kling und klang...
Horch - Lobgesang
der blauen Glocken,
die still bescheiden
am Wegrand locken.

mg


spätestens hier oute ich mich inhaltlich als Goetherianerin ... sei`s drum......

Samstag, 1. August 2009

Bänkelgesang -Rinnsteinlied - Moritat ??? EGAL - AKTUELL!!!

Wedekind Frank

Der Tantenmörder

Ich hab meine Tante geschlachtet,
Meine Tante war alt und schwach,
Ich hatte bei ihr übernachtet
Und grub in den Kisten-Kasten nach.

Da fand ich goldene Haufen,
Fand auch an Papieren gar viel,
Und hörte die alte Tante schnaufen
Ohn Mitleid und Zartgefühl.

Was nutzt es, daß sie sich noch härme —
Nacht war es rings um mich her —,
Ich stieß ihr den Dolch in die Därme,
Die Tante schnaufte nicht mehr.

Das Geld war schwer zu tragen,
Viel schwerer die Tante noch.
Ich faßte sie bebend am Kragen
Und stieß sie ins tiefe Kellerloch.

Ich hab meine Tante geschlachtet,
Meine Tante war alt und schwach,
Ihr aber, o Richter, ihr trachtet
Meiner blühenden Jugend — Jugend nach.




Wedekind war ein Kenner der "Szene "um die Wende des 19. zum 20, Jahrhunderts.

Die allermeisten seiner Texte sind u.a. auch daher heute so aktuell wie vor 100 Jahren.
Wir lesen heute wie damals in allen Gazetten über greise Menschen, die aus Habgier von jungen Verwandten gemordet werden.
Soll sein --- das ist gleich geblieben, ebenso die Tatsache,dass kaltblütige Mörder/innen in den Hauptverhandlungen zwar keinerlei Mitgefühl für ihre Opfer aufbringen aber vor Selbstbedauern Tränenströme vergießen können.

Was ich jetzt, als alternder Mensch erst spüre, ist die generelle Missachtung des Alters von einem großen Teil der Jüngeren.

Das macht Angst ,ist aber für mich eine völlig normale "Zeiterscheinung. Die " internette digitale Cyberrecolution" hat nur ganz wenige Alte mitgerissen.. Jedes Kind von 10 Jahren kann mit diesen Informations - und Kommunikationsmitteln " spielend" umgehen.
Es ist nicht verwunderlich, dass wir so allmählich wie Dinos wirken und da wir uns überwiegend nicht mehr über unseren Beruf definieren , müssen wir vor allem in unserer Rolle als ALTE
wahrgenommen werden.

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